Zu: Ich, Johannes der V.

Zunächst einmal ein großes Lob an den Autor (oder die Autorin) hinter dem Pseudonym „Tauchmaske“. Obwohl ich aufgrund der Lektüre ziemlich sicher bin, dass es sich um einen Mann handelt, der auch den einen oder anderen autobiographischen Zug verarbeitet hat. In der Buchhandlung „Leykam“ in Bruck blieb mein Blick auf dem Einband hängen und ich fühlte mich von diesem Buch geradezu magnetisch angezogen. So sehr, dass ich das glücklicherweise ausgestellte „Probeexemplar“ an Ort und Stelle querlesen musste. Meine Partnerin hat es mir dann zu Weihnachten geschenkt, eines der wenigen Weihnachtsgeschenke, die wir uns heuer geleistet haben. Umso mehr hat es mich gefreut, und umso größer war der Drang, das vielversprechende Werk nun im Ganzen zu lesen.

Ich wurde nicht enttäuscht. Der Spannungsbogen wird gekonnt aufgebaut und flacht nur in Folge der Erklärungen von François ein wenig ab – ich hätte mir an dieser Stelle der Lektüre weniger Aufklärung gewünscht – wird aber sofort durch das Auftreten der „Zwergin“ Frau von Mönchswald (interessanterweise ohne das „Mal“) wieder gehörig angehoben. Unschwer erkennt man die Autoren und Werke, welche Pate gestanden sind, Erich von Däniken etwa, selbstverständlich auch der wörtlich zitierte Harry Potter, und auch die Hohlweltlehre kommt nicht zu kurz. Die Beschäftigung mit den großen Rätseln der Menschheit, hier dem Voynich-Manuskript und der Frage nach dem Ursprung der Sagen von Riesen und Zwergen klingt überzeugend und basiert wohl auch auf persönlichen Vorlieben des Autors.

Eine schöne und vor allem wünschenswerte Utopie – oder ist es gar Realität? – ist die Vereinigung der „Weisen Weiber“, deren Wirken vielleicht manches in der Welt besser machen könnte.

Nach dem offenen Ende des ersten Teiles warte ich gespannt auf die Fortsetzung und hoffe, dass sich ein Verlag findet.

Ein kleiner Wermutstropfen dennoch: Obwohl in meinem Bekanntenkreis etliche Menschen der Auffassung sind, wer Rechtschreibfehler finde, dürfe sie behalten, reißen mich letztere doch aus dem Lesefluss regelmäßig heraus. Ich weiß, Deutschlehrer sind furchtbar, und Ex-Deutschlehrer sowieso. Ich kann ein Lied davon singen, bin ich doch selber einer ;o). Und nach der letzten Rechtschreib„reform“ auch nicht mehr ganz so perfekt. Aber für Band II und III würde ich mir ein sorgfältiges Team von Korrektorinnen und Korrektoren wünschen, das zumindest so manchen unschönen Schnitzer entfernen kann.

Persönlich hat mich der erste Teil nicht nur deswegen angesprochen, weil die Geschichte einfach spannend geschrieben wurde, sondern weil ich gewisse Parallelen zu mir selbst entdecke. Mich selbst darin entdecke. Das ist wohl auch so intendiert. Ich kenne einige dieser „Wise Women“ (und auch „Wise Men“) persönlich, mit zum Teil wirklich erstaunlichen Fähigkeiten, eine davon hier in der Steiermark, bin fasziniert von den ungelösten Rätseln dieser Welt, von Höhlen, ja, und sowohl mein Vater, als auch mein Großvater, sind mit (ca.) 64 Jahren gestorben. Allerdings ohne „Gendefekt“ und außerdem war dieser Großvater meines Vaters Schwiegervater.
Ja, und auch ich trage den selben Vornamen wie mein Vater, mein Großvater, und und und. Sehr verführerisch. Wieviel ist wirklich dran an der Geschichte?

Nun ist mir zwar bewusst, dass ein guter Teil der Handlung Fiktion sein muss und es unsinnig wäre, in solchen Entsprechungen mehr als Zufälle zu sehen, andererseits finde ich in diesem Roman fundamentale Wahrheiten und auch Gedanken, die ich mir selbst schon gemacht habe. Und ich denke, da bin ich nicht der Einzige. Und es sind gelegentlich Wahrheiten und Gedanken, die ein Weltbild zerstören könnten, was, wie der Höhlenforscher Siegfried sagt, man sich gut überlegen sollte, damit man nicht am Ende selbst der Zerstörte ist…

In diesem Sinne verstehe ich vollkommen, dass „Tauchmaske“ unerkannt bleiben will, möchte ihm oder ihr nochmals „Danke“ sagen für diese herrliche Geschichte und die Daumen drücken für Band II und III!